Am schönsten ist Kunst, wenn sie lebt - dadurch, dass sie Menschen begleitet, Teil des des Alltags wird, Räume verschönert und im Vorbeigehen ein Lächeln hervorruft.
Ich empfinde es immer als eine große Ehre, wenn eines meiner Bilder einen Wohnraum verschönern darf.
Früher dachte ich, ich muss authentisch malen, so wie man die Dinge äußerlich wahrnimmt. Heute bewegt sich meine Malerei häufig in einem Zwischenraum. Dort, wo Gegenständliches sich auflöst und Abstraktion beginnt. Dieser Übergang ist kein Kompromiss, sondern ein eigener Ort. Jede Linie und Fläche ist Teil eines Dialoges zwischen Kontrolle und Loslassen. Mal beginne ich mit einem bestimmten Motiv im Sinn und lasse im Lauf der Arbeit immer weiter los, so dass am Ende eine reine Abstraktion steht. Oft bleibe ich aber auch in dem Zwischenraum hängen und das Motiv ist noch sehr deutlich zu erkennen. Oder aber ich drehe den Vorgang um, starte intuitiv spielerisch und warte darauf, dass das Bild zu mir spricht und den Weg ins Motiv aufzeigt.
Auf der Leinwand entwickeln sich Bildräume, die von Struktur und Bewegung leben. Mal entstehen zarte, fast fragile Oberflächen, mal kraftvolle, dichte Texturen. Ich liebe die Natur und ihre Strukturen und Farben, insbesondere die von Bäumen. Man findet mich häufig in den Parks rund um die Alster beim Fotografieren und Studieren von Bäumen in all ihren Details. Die Maserung der Baumrinde ist genauso inspirierend wie das Muster der Äste oder die Farben der Blätter.
Ich male nun seit ca. 20 Jahren. Den Wunsch, Farbe und Strukturen in Bildern zum Leben zu erwecken hatte ich schon davor, aber wie das Leben so ist – eingespannt in Beruf und Familienleben blieb es lange nur ein Wunsch, der aber irgendwann zum Bedürfnis heranreifte. Und irgendwann war es dann an der Zeit, sich Zeit zu nehmen!
Mit 1000 Ideen im Kopf begann ich zunächst, mich autodidaktisch zu schulen und hatte gleich zu Beginn das große Glück, die Künstlerin Svetlana Tartakovska kennenzulernen, die mich mit ihren unglaublichen Portraitarbeiten faszinierte und mir den nötigen „Tritt“ gab, mich weiterzuentwickeln, wofür ich ihr heute noch dankbar bin.
Im Laufe der Jahre vertiefte und veränderte ich meine Kenntnisse durch private Studien und Kurse bei Künstlern und Künstlerinnen, von denen ich mich durch ihre Arbeiten inspiriert und angesprochen fühlte. Darunter waren die Gegenwartskünstlerin Manuela Rathje mit ihren großen farbenfrohen Werken, die abstrakte Künstlerin Conny Niehoff, Jody King, die mir in online Kursen den Weg in den abstrakten Expressionismus gewiesen hat oder die englische Künstlerin Jeannine Close, deren Mixed Media Kunst eine große Bereicherung für mich geworden ist. Auch klassische Kunstkurse wie z.B. in der Drawing School Dublin habe ich belegt. Was alle Kurse und Künstler gemeinsam haben: sie sind alle verschieden!
Ich habe es schon immer geliebt, verschiedenste kreative Impulse zu vereinen und daraus mein eigenes Ding zu machen. Daher liebe ich Auftragsarbeiten auch so sehr. Es ist immer wieder überraschend und bereichernd mit welchen Ideen Menschen an mich herantreten. So entstehen Werke der verschiedensten Art. Ich habe neben abstrakten Bildern u.a. schon Buddhas, Hafenbilder, Weinflaschen, Segelboote, Koi Karpfen, Kühe und Städte gemalt, immer in enger Zusammenarbeit mit dem Auftraggeber oder der Auftraggeberin, die (wenn gewünscht) am Entstehungsprozess teilhatten. Ich versuche, den Wünschen nachzukommen, muss mir aber auch selbst treu bleiben und was nicht geht, geht nicht. Das kommuniziere ich dann auch offen.
Wenn ich aus eigener Inspiration heraus male, dann werden meine Bilder meist groß, plakativ, ein bisschen experimentell. Ich persönlich liebe eine beschränkte Farbpalette, Erdfarben und vor allem Grün in all seinen Schattierungen. Grün ist für mich nicht nur Lieblingsfarbe, sondern Symbol für Lebendigkeit, Erneuerung, Ruhe und Hoffnung. Aber es gibt natürlich auch Ausnahmen und auf einmal stehe ich vor einem knallpinken Bild und wundere mich selbst. Ich arbeite am liebsten auf großen Flächen, wo sich Bewegung und Energie entfalten können. Perfektion spielt keine große Rolle. Es geht vielmehr um den Dialog zwischen Material, Farbe und Gefühl. Malen ist meditativ für mich während des Prozesses und manchmal aufwühlend im Anschluss, wenn man zum Ende kommen möchte, aber nicht sicher ist, ob es der "Dialog" schon beendet ist. Das geht manchmal so weit, dass ich zunächst ein weiteres Bild beginnen muss, um wieder zur Ruhe zu kommen. Ist ja auch nicht das Schlechteste, so geht´s dann gleich weiter... Wenn ich allerdings an Auftragsarbeiten male, dann versuche ich ganz stark, mich in die Wünsche und Vorstellungen meiner Kunden rein zu empfinden. Wenn es geht, evtl. auch den Raum in dem das Bild später mal hängen vorher soll zu sehen. Geht natürlich nicht immer. Wichtig ist immer das Gespräch, damit wir zusammen ein richtig gutes Bild gestalten!
Meine Vita außerhalb der Kunst kurz zusammengefasst: geboren 1970 in den USA, aufgewachsen in Schleswig-Holstein, immer im Marketing und Produkt Management gearbeitet, verheiratet, zwei Kinder, ein Hund. Bedingt durch den Beruf meines Mannes sind wir häufig umgezogen und haben in den letzten 20 Jahren in Hamburg, London, Groningen und Dublin gelebt. Inzwischen haben wir uns mit unserem Hund in Hamburgs bunten Stadtteil St. Georg angesiedelt, die Kinder sind erwachsen (22 und 25 Jahre alt) und leben in London. Ich verbringe viel Zeit in meinem kleinen Atelier in Hamburg Barmbek, gehe rund um die Alster spazieren oder genieße Hamburgs gastronomische Vielfalt mit meinem Mann und Freunden.

